Einfach machen

Es gibt so Tage, an denen man keine Ideen hat.
Null Komma gar keine Motivation.
Es soll etwas erledigt werden, aber so richtig Bock hat man nicht.

Das klassische Problem von: „Schreib einen Aufsatz und fang bei der Einleitung an“.
Dir und mir ist klar, dass es nicht der Aufsatz ist, der schwierig wird.
Es ist das Anfangen.

Der Start ist schwierig. Und das Wissen darüber macht es nicht einmal leichter.
Es fühlt sich so an, als wäre jede Idee schlecht – falsch sogar. Es wird kritisiert, bevor es ein Ergebnis gibt. Jede Ahnung einer Idee wird sofort abgetötet mit der Begründung: „Das ist es nicht wert, verfolgt zu werden!“

Aber manchmal muss man einfach loslegen – Gerne auch in scheiße.
Es geht nicht darum, etwas Gutes zu schaffen.
Jetzt gerade geht es darum, (irgend)etwas zu Schaffen.

Eines meiner Lieblingszitate von Cal Newport ist: „Fix, dont fixate“. Frei nach Schnauze übersetzt: „Korrigieren, nicht fixieren“.

Wenn ich Durchhänger habe, denke ich mir das immer wieder. Es wird ein bisschen leichter dadurch. Meistens kommt nichts aufs Blatt beim Aufsatz, weil man das Gefühl hat, jetzt den „finalen Satz“ schreiben zu müssen. Direkt die letzte Version. Das Endprodukt.
Aber so ist es nicht:
Es muss erstmal nur eine Beta-Version her.
Ein Start. Der erste Schritt. Das grobe Knochengerüst der Idee.

Aus einer Ahnung wird eine Idee.
Aus einer Idee dann eine Beta-Version.
Die wird dann ein, zweimal überarbeitet.
Dann wird abgegeben (der Aufsatz).

Also setze ich mich hin und schreibe erstmal drauflos. Meistens nichtmal die Einleitung, sondern Stichworte. Es fällt mir hier und da noch etwas ein. Ich verändere die Reihenfolge der Stichpunkte und plötzliche stehen ganze Sätze auf dem Papier.

So geht es ein bisschen weiter, bis sich Absätze gebildet haben, irgendwie wie von allein.
Ich finde diesen Satz doof – löschen. Jenes würde ich anders ausdrücken – überarbeiten. Hier fällt mir noch etwas ein und dort müsste gekürzt werden.
Jetzt nimmt das Tempo wieder ab, ich glaube ich nähere mich dem Ende.

Beim Korrekturlesen wird klar, wie die Einleitung zu lauten hat.
Muss ja. Kann gar nicht anders. Schließlich sehe ich schon, was im Aufsatz steht.

Okay. Problem gelöst. Zwar von hinten, aber wen juckt es? Sieht man, wann was geschrieben wurde? Interessiert das überhaupt irgendwen? Oder zählt es, dass es den Aufsatz gibt?

Also. Einfach anfangen.
Gern auch mittendrin.