Zeit zu schlafen

Derzeit lese ich das Buch „Why We Sleep: Unlocking the Power of Sleep and Dreams“ von Matthew Walker. Dauert etwas, da das Buch nicht gerade kurz ist.
Aber vor allem komme ich nicht so schnell voran, weil ich der Empfehlung des Authors folge: Vor dem Einschlafen lesen. Kombiniert mit einer ziemlich kurzen Einschlafzeit ergibt das nicht sehr viele Seiten am Tag.

Trotzdem:
Klare Empfehlung! Absolut lesenswert.
Dieses Buch hat mir wieder einmal bestätigt, dass Schlaf (mit Ernährung und Bewegung) das Fundament für ein gutes Leben bildet.

Als Gitarrenlehrer spreche ich recht häufig mit Eltern über das Bildungssystem. Oft höre ich, wie unzufrieden man sei. Zu wenige Lehrende. Zu schlecht bezahlt. Suboptimale Infrastruktur für die Lernenden. Und und und.

Was das jetzt mit Schlaf zu tun?

TL;DR:
Schlafmangel kostet jedes Jahr mindestens 2% des BIP. Schlaf ist das Gegenteil von „unproduktiv“. Würden wir mehr schlafen, stünde dem Bildungswesen 50% mehr Budget zur Verfügung.

Ganz einfach:
Wenn wir Deutschen mehr schlafen würden und diese „Schlafmangelkosten“ verhindern könnten, hätten wir ein um mindestens 2% höheres BIP zur Verfügung. Das derzeitige Budget des gesamten Bildungswesen beträgt 4,7% des BIP.
Mit einer Stunde Schlaf könnten wir also dem Bildungswesen „mal eben“ 50% mehr Budget verschaffen.

Klar, ist das viel zu sehr vereinfacht. Eine solche Perspektive hilft aber manchmal, Wirkungen und Effekte zu durchschauen.

Schlafmangel kostet

Fakt ist, das Schlafen oft „uncool“ ist.
Wer mehr To-Dos hat und weniger schläft, hat gewonnen.
Auch (oder besonders) am Arbeitsplatz.

Dabei scheint es genau andersherum: Laut Studien gibt es eine starke Korrelation zwischen Schlafmenge und Qualität der Arbeit.
Menschen, die eine Stunde mehr schlafen als der Durchschnitt freuen sich beispielsweise in den USA über 4-5% höhere Gehälter.

Ich finde, das ist ein sehr guter Deal.

Mehr pennen und dafür mehr Kohle.

Alles auf Anfang

Ich bin in der letzten Zeit vor lauter Ehrgeiz wieder öfter mit Wecker aufgestanden. So konnte ich „mehr Stunden“ für meine Aufgaben haben.
Nach speziell dieser Passage des Buches habe ich den Wecker wieder ausgeschaltet.
Ich kann nicht genau sagen, ob es jetzt viel gebracht hat (keine Kontrollgruppe und SampleSize=1). Allerdings waren die letzten beiden Einsendeaufgaben in meinem Wirtschaftswissenschaftsstudium mit 1,0 nicht unbedingt „schlecht“.

Um es mal in eine Nussschale zu packen

Ich werde mehr schlafen. Macht Spaß, der Tag macht mehr Spaß und alle Erkenntnisse der heutigen Wissenschaft weisen darauf hin, dass es sich lohnt.

Cheers!