Wie gesund ist Fahrradfahren?

Breaking News:
Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Radfahren gesund ist.

😱

Okay, Spaß beiseite.
Ich bin kürzlich über eine Meta-Studie gestolpert, die ich super interessant fand.

TL;DR:
Fahrradfahren ist nicht nur gesund, sondern supergesund. 50% weniger Krebsrisiko und deutlich gesenkte Mortalität schon ab 30 Minuten radeln pro Woche.

“Sch&‘#! Fahrradfahrer ey!“

Fahrradfahren spaltet. Nicht die Gesellschaft. Aber wenn man sich im Verkehr aufhält gibt es oft den Eindruck, dass es heißt „Autofahrer vs. Radfahrer“. Es wird generalisiert und sich gegenseitig angemacht.
Als ich meinen Führerschein gemacht habe, meinte ich, dass ich den Lappen schon gut gebrauchen könne, allerdings eher viel mit dem Rad unterwegs sei. Antwort „Du lernst schon noch Fahrradfahrer zu hassen.“
Ok, krass.

Nur mal so vorweg: Es gibt keine „Autofahrer“ oder „Fahrradfahrer“. Es gibt Pendler, Spazierfahrer, Hobby-Motorradfahrer, Hobby-Rennradfahrer, etc.
Die Einteilung ist gefährlich, denn das geht schnell mit Generalisierungen einher.

Vorteile des Fahrrads

Die Vorteile vom Fahrrad sind ziemlich vielfältig.

  1. Für eine Stadt oder Kommune ist die Infrastruktur sehr viel günstiger.
  2. Das Stadtklima kann auf viele Weisen profitieren. Zum Einen ist da das fehlende Abgas, sofern die Wahl zwischen Auto und Fahrrad ist. Zum Anderen ist die Asphaltierung großer Flächen mit verantwortlich für schlechtes Stadtklima und damit auch für die wachsenden Zahlen von hitzeschlagbedingten Todesfällen.
  3. Alleine der benötigte Platz ist ein riesiger Unterschied: Ein Parkplatz benötigt derzeit circa. 2,5m * 5m. Also 12,5qm. Das ist viel. Das durchschnittliche Rad “verbraucht“ eventuell 2qm. Das Auto benötigt also mal eben sechsmal so viel Platz.
  4. Es ist günstiger. Ein gutes Fahrrad kostet um die 1000€. Ein gutes Auto kostet ein Vielfaches.
  5. Sie sind länger haltbar. Räder aus den 70er Jahren sind immer noch komplett fahrbereit bzw. Können ohne großen Aufwand vom Laien wieder fahrbereit gemacht werden. Ich spreche nicht von e-bikes. Dass die oft unnötig sind und auch wieder viele neue Formen von Müll produzieren ist eine andere Geschichte (und meine Meinung, längst keine Tatsache 🙂)
    Aber darüber möchte ich jetzt gar nicht allzu viele Worte verlieren. Ich finde es interessant wie deutlich es ist, dass die Gesundheit profitiert, wenn man mit dem Rad zur Arbeit pendelt.

Herztod

Vorweg: Hier gehts ums “richtige“ Radeln. e-bikes wurden in den Studien nicht betrachtet und, dass man das auch nicht wirklich als Sport betrachten kann, sollte klar sein. Eventuell ist es schon eine Verbesserung zum Autofahren, aber vermutlich auch kein Vergleich zum eigenen Antrieb durch Avocado-Toast und Kaffee (oder wasauchimmer es zum Frühstück gab)

Die Menschen unserer Gesellschaft (also dummerweise auch du und ich) sterben immer häufiger an Herz- & Kreislauferkrankungen und leiden häufiger, früher und stärker an Erkrankungen, die mit zunehmend sitzender Haltung zu tun haben. Diese Trends sind vor allem in der westlich industrialisierten Welt zu beobachten.

Was kann man also gegen einen frühen Herztod tun?
Mit dem Rad zur Arbeit fahren.

“Ich hab Rücken“

Wer täglich mit dem Rad zur Arbeit fährt, hat im Schnitt bessere Rumpf- und Rückenmuskulatur. Was natürlich Rückenschmerzen durch Schreibtischarbeit vorbeugt. Fahrradpendler halten sich, ganz nebenbei, an Bewegungsempfehlungen der WHO und übertreffen sie auch noch, je nach Arbeitsweg.

Eine Studie stellte fest, dass das Risiko auf Darmkrebs über 50% gesunken ist.
Die Cardiovakuläre Fitness ist 4-6% höher als bei Nicht-Radlern, und es konnte eine deutlich gesteigerte Flexibilität festgestellt werden.

Und was ist mit dem Nachwuchs?

Es gibt einige Studien, die sich speziell mit jungen Menschen auseinander gesetzt haben. Kinder, die zur Schule radeln mussten (oder durften – Ansichtssache) waren im Schnitt 11% fitter und waren dadurch direkt im oberen Quartil der Fitness.
Ganz zu schweigen davon, dass Eltern so den Grundstein für eine lebenslange Einstellung legen können und damit auch ein gesünderes und glücklicheres Leben ermöglichen.

Cool! Wie viel muss ich dafür fahren?

Das ist unterschiedlich. Einige Studien gingen aber von 30 Minuten pro Woche aus.
Dieser Tauschhandel ist super.
Des Weiteren ist gut zu wissen, dass es durch die Bank weg auch deutlich war, dass die Vorteile mit der Fahrradfahrzeit korrelieren. Soll heißen:

Mehr Rad, mehr gesund.

“Ich will das“

Du denkst dir jetzt vielleicht, dass du das jetzt bei gutem Wetter zur Arbeit radeln möchtest. Ich möchte gerne etwas loswerden.
Bitte sei kein Arsch. Fahr streberhaft genau nach den Straßenverkehrsregeln. Denn, dass Viele diese Regeln irgendwie vergessen, sobald sie auf dem Drahtesel abstrampeln sorgt auch dafür, dass Fahrradfahrer so gehasst werden.
Setz einen Helm auf. Fahr auf der rechten Seite. „Blinke“ nicht mit zwei Fingern, sondern mit dem ganzen Arm. Usw.
Ich tu’s, fahre durch Lieferando auch beruflich Fahrrad und bin dennoch noch nie in einen Unfall verwickelt worden.

Also: Rauf aufs Rad und los 🙂

Cheers.