Warum ein Garten?

Ich habe seit einiger Zeit einen Garten.
Übernommen wurde das Stück Grün in einem desolaten Zustand: Überall Wildwuchs, keinerlei Kulturfläche mehr und auch das darauf befindliche Haus sieht eher marode aus.
Zusätzlich dazu standen auf der Rückseite 3 Schuppen, die abgerissen werden mussten, da sich die Gesetzeslage bzgl. der bebauten Flächen geändert hatte.

Trotzdem hab ich ihn genommen.

Wieso?
Und wieso überhaupt einen Garten?

Disclaimer: Ich merke beim Korrekturlesen, dass dieser Beitrag irgendwie nach „Moralapostel“ klingt. Das meine ich überhaupt nicht so, es sind ganz einfach starke Überzeugungen von mir, für die ich spreche und mich einsetze. Wenn du das anders siehst, gönn dir! 🙂

TL;DR:
Meine Gründe für den Garten sind: Gesundes Essen, ein bisschen Sicherheit und der positive Umwelteinfluss. Das Ganze an einem extra Ort, den ich selbst gestalten kann.

Meine Idee ist es, langfristig ein möglichst ganzheitliches und integriertes Leben zu führen. Das ist meine Beschreibung – ich wüsste nicht, wie man es beschreiben kann.

Was ich damit meine?

Du bist, was du isst…

Ich möchte gerne Kontakt zum Ursprung meines Essens haben. Die gängige Praxis, mit Essen nur im Supermarkt und manchmal auf einem Wochenmarkt in Verbindung zu kommen, finde ich irgendwie merkwürdig.
Der Körper baut uns selbst, bis hin zum Hirn, aus den Dingen, die wir essen.
Wieso ist man dann so entkoppelt von diesem Fundament?
Wieso hab ich keine Ahnung davon?
Dank Reviews und „Konsumenten-Recherche“ weiß ich besser über mein Notebook Bescheid als das Essen, das ich täglich zu mir nehmen…macht das Sinn?

Du bist, was du isst…und leider sind halt viele Menschen scheiße.

Ristorante, Subway und yfood sorgen Stück für Stück für eine Ernährung, die langfristig direkte Probleme erzeugt oder aber begünstigt.

Es ist klar, dass man aus dem eigenen Garten keine Unmengen an ungesundem Junkfood kochen kann. Daher kann ein eigener Anbau vielleicht sogar für eine gesündere Ernährung sorgen.

Krisenpuffer

Nein, das wird jetzt kein Prepper-Gerede.
Aber gerade jetzt ist es mir klarer als sonst: Ich möchte gerne langfristig bei gewissen Dingen völlig unabhängig sein können.
Und die derzeitige Inflation und die knappe Nahrungsmittelsituation am Anfang von Corona sind für mich weitere Gründe für den Garten.
Ein Stückchen Sicherheit.

Wenn Tomaten schweineteuer sind, stört mich das weniger, wenn ich aus dem letzten Sommer noch große Mengen in Weckgläsern habe. So simpel.

Der zweite Ort

Meine hauptsächliche Beschäftigung findet im Homeoffice statt. Das war schon immer so. Aber in den letzten Jahren habe ich bemerkt, dass es mir sehr viel bringt, wenn ich einen „zweiten Ort“ habe.
Das waren im Sommer bestimmte Orte draußen, an denen ich schreiben, denken und Office-Kram machen konnte. Kleine Oasen, an denen ich mich so häufig aufgehalten habe, dass die dort Wohnenden mich kannten.

Regen hat das aber sofort unmöglich gemacht.
Ich möchte gerne auf längere Sicht diesen zweiten Ort etablieren können und da kommt der Garten gerade recht. Da steht nämlich ein Haus mit Dach (ganz praktisch bei Regen).

Umwelt

Jede Tomate, die ich mit dem Rad aus dem eigenen Garten nach Hause fahre, ist eine Tomate, die nicht aus Spanien kommen muss.
Wir sollten uns bewusst machen, dass das Bewirtschaften eines eigenen Gartens einen positiven Umwelteinfluss hat (nicht nur einen „nicht-negativen“) hat.
Zusätzlich ist bei der einen importierten Tomate auch eine Zweite auf dem Versandweg zermatscht worden, und der Umwelteinfluss entsprechend größer.
Wer das verhindert tut mehr als Samstags „regenerative cotton“ bei H&M zu kaufen.

Ich bin mittlerweile der festen Überzeugung, dass gerade die Effizienz und das Outsourcing bis in die Landwirtschaft und den Nahrungsmittelketten die Klimakrise begünstigt haben.
Mindestens dadurch, dass viele Menschen einfach den Kontakt zur Natur verloren haben und deshalb auch kein Gespür für die Konsequenzen des eigenen Handelns auf die Umwelt hatten.

Fazit

Das sind so die größten Gründe dafür, dass ich in diesem Garten nun herumwerkeln werde.
Ich bin halt gerne draußen und ticke so, dass ich über diese Dinge nachdenke.

Wie stehst du dazu? Ich habe mittlerweile das Gefühl, dass sehr viele Menschen ihren eigenen (Gemüse)Garten haben (wollen).

PS: Ich würde mich freuen, wenn du dich hier in den Newsletter einträgst 🙂

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