Entscheidungen sind nie final

Ich habe letztens mit einem Kumpel im Garten gestanden und im Gespräch ging es irgendwann darum, dass es früher immer Reibungen gab. Mit Menschen, die der Meinung sind, dass einmal getroffene Entscheidungen seien unumstößlich.

Kennst du diese Menschen in deinem Umfeld, die der Meinung sind, einmal getroffene Entscheidungen dürften nicht geändert werden?
Ich, wie gesagt, kenne solche Kandidat:Innen.

Regelmäßig gab es Stress.
„Du hast doch gesagt, dass …“
„Heute Hü, morgen Hott! Was denn nun?“
„Dann kann ich mich ja auf gar nichts mehr verlassen!“

Nicht ganz.

TL;DR:
Entscheidungen sollte man doch je nach Kenntnisstand treffen.
Ändert sich der Kenntnisstand, kann man seine Meinungen und Entscheidungen auch ändern.
Wäre doch doof, an einer „falschen“ Entscheidung festzuhalten.

Entscheidungen

Es ist doch eigentlich ganz klar: Entscheidungen trifft man, wenn man eine Wahl treffen muss. Oft wägt man ab zwischen den Optionen und sucht sich nicht selten noch mehr Informationen zusammen.
Aber wieso?
Weil man sich „richtig“ entscheiden möchte.
Man möchte sich bei der Entscheidung zwischen Ausbildung und Studium nicht verrennen und das Falsche wählen.

Denn das kostet. Zeit. Geld. Nerven.
Womöglich sogar mehr, wenn man nach 20 Jahren und einem Burnout feststellt, sich „damals“ falsch entschieden zu haben.

Neue Daten

Aber das Ding ist doch folgendes:
Angenommen, man hätte sich entscheiden. Fürs Studium. Und läuft jetzt jeden Tag zur Uni und lernt und büffelt. Schneidet nicht einmal schlecht ab.
Aber jeder Tag, der vergeht, gibt neue Daten.

  • Ist das akademische Leben was für Einen?
  • Ist das Fach so interessant, wie es anfangs erschien?
  • Hört man von typischen Karrieren, die in dem Gebiet vorkommen?

All das sind ja neue Daten, die die Entscheidung in ein neues Licht rücken.

Falsche Entscheidung?

Irgendwann kommt womöglich der Tag, an dem man ehrlich zu sich sagen muss: „Ich muss etwas Anderes machen“.
Und man entscheidet sich, eine vergangene Entscheidung zu revidieren bzw. sich neu- oder sogar umzuentscheiden.

Erst gibt das ein schlechtes Gefühl: Man hat sich damals falsch entschieden – das weiß man jetzt.
Toll. All die Zeit und Mühe „umsonst“.
Und schon fängt man an, sich selbst dafür zu geißeln.

Richtige Entscheidung!

Aber so einfach ist das nicht.
Es ist vielmehr so, dass man jede dieser beiden Entscheidungen (1. Studium beginnen. 2. Studium abbrechen) richtig getroffen hat.
Nur eben auf Basis von verschiedenen Kenntnisständen.

Wenn du dich dabei erwischst, dich zu ärgern „damals“ eine falsche Entscheidung getroffen zu haben: Chill!
Vermutlich hast du dir Mühe gegeben, Infos zu bekommen. Aber sie waren eventuell falsch oder ungenau.

Und so war es auch bei den Gesprächen damals: Worauf man sich verlassen könne? Darauf, dass Entscheidungen immer besten Gewissens getroffen werden. Und wenn sich die Umstände ändern, kann es eben passieren, dass sich Mitmenschen umentscheiden.

Wir können uns jederzeit umentscheiden.
Auch das ist richtig.

Cheers.

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