Die Karte ist nicht das Territorium

Karten sind extrem hilfreich. Allerdings haben Karten auch einige systematische Probleme:

  1. Sie sind eine Reduktion.
    Wäre das anders, würden sie eine unendlich hohe „Auflösung“ besitzen. Dann wären sie allerdings genau so „groß“ wie die Realität. Eher unpraktisch.
  2. Sie zeigen Dinge, die nicht existieren.
    Karten können Schnappschüsse vergangener Zeit sein. So helfen sie uns für das Jetzt auch nicht unbedingt weiter. Sie können auch schlicht verkehrt sein.

TL;DR:
Nimm dir mal die Zeit und hinterfrage die Modelle anhand derer du lebst. Verstehst du ihre Grenzen und welche Risiken sie ignorieren?

Ursprung des Satzes

Im Jahr 1931 formulierte Alfred Korzybski die Idee. Als Mathematiker beschäftigte er sich viel mit den Entsprechungen von Mathematik und Sprache.
Dabei stellte er fest, dass ein Modell nicht die Realität ist.
Die Beschreibung einer Sache ist nicht die Sache.

Das Abbild ist nicht das Abgebildete.

Das klingt nach sprachlicher Spitzfindigkeit, dachte ich auch.
Ist aber tatsächlich von großer Bedeutung.

Denn jedes Modell hat Grenzen. Grundlegende Annahmen, welche überhaupt dafür sorgen, dass das Modell funktioniert. Gepaart mit der Tendenz, dass wir lieber irgendein (und oft falsches) Modell übernehmen, als überhaupt keines zu haben, sorgt das für Probleme.

Die Probleme

Es gibt im Umgang mit Modellen (bzw. „Karten“) im Grunde 3 Probleme

  1. Das Modell könnte falsch/unzutreffend sein und wir merken es nicht
  2. Das Modell ist notwendigerweise eine Reduktion und unterschlägt damit Informationen
  3. Das Modell muss interpretiert werden und sorgt so für großes Fehlerpotential

“Alle Modelle sind falsch, aber einige sind nützlich.”
— George Box

Die Lösung der Probleme

Um die Probleme zu lösen müssen wir das Modell verstehen. Auch die Annahmen. Die Grenzen und Ausnahmen.

Ein Modell zeigt eben nur einen Ausschnitt der Realität, begrenzt durch die Annahmen.
Klar, mit Hilfe der VaR-Methode kann man das Risiko ausrechnen, dem das eigene Portfolio ausgesetzt ist.
Aber welche Annahmen werden gemacht? Welche Probleme und Risiken werden dadurch vom Modell gänzlich ignoriert bzw. weggekürzt? Welche Annahmen sind gar nicht so sicher, obwohl sie getätigt werden?

Gönn dir.
Hinterfrage mal Modelle, die du kennst.

  • Bildung muss in Schule passieren?
  • Man legt 10% seines Einkommens an?
  • Man muss sparen?
  • Man benötigt eine Rente um später für den Lebensunterhalt zu zahlen?
  • Hohe Arbeitslosigkeit sorgt für geringe Inflation?
    Und so weiter.

Es ist super interessant, einmal darüber nachzudenken, welche Modelle man selbst für das Leben So nutzt. Welche Annahmen macht man, ganz automatisch?

Viel Spaß beim Denken, Hinterfragen und Recherchieren!

Cheers.