Der Oliven-Test

Wahrscheinlich ist dir das schon einmal passiert: Du probierst etwas zu Essen, was du nie mochtest, aber heute schmeckt es dir auf einmal.
Seltsam oder?

Besonders häufig passiert das mit Oliven. Und Kaffee. Aber auch alkoholischen Getränken.

Als Kind macht man einen weiten Bogen darum. Schmeckt bitter (Alkohol darf man ja gar nicht, Kaffee zwar etwas früher aber auch nicht wirklich). Irgendwie eklig. Also macht man einen Bogen drum.

Und irgendwann, vielleicht auf einer Party, probierst du ein Stück Pizza von ner Freundin: Nachdem du vermutlich bereits die Scheu vor dem Alkohol und Kaffee abgelegt hast, merkst du auf einmal: „Wow! Oliven sind doch ganz nice.

Woran liegt das?

TL;DR:
Der Oliven-Test zeigt, dass Menschen sich verändern. Probier immer wieder, was du nicht magst. Vielleicht findest du jetzt Gefallen daran?

Der Oliven-Test

Der Oliven-Test ist der Name, den ich dem Ganzen gegeben habe. Beziehungsweise meinem Umgang mit diesem Phänomen.

Ich mag Dinge nicht. Klar. Jeder von uns hat Vorlieben und Abneigungen.
Aber manchmal ist unser Verhalten, etwas zu vermeiden auf veraltete Annahmen gestützt.
Und in diesem Fall macht es eben Sinn, diese Annahmen kritisch zu hinterfragen.
Klingt so krass und gebildet. In der echte Welt gehts ums Ausprobieren.
Also statt zu sagen: „Ich mag keine Superheldenfilme„, geh doch einfach mal ins Kino und lass dich darauf ein. Probier doch einmal Club Mate (Sorry, seit Jahren mag ich das Zeug nicht – letzter Test ist erst ein paar Wochen her). Oder iss Rosenkohl (muss ich richtig zubereiten, dann gehts mittlerweile).

Teste immer wieder, ob du etwas nicht magst.
Mir hilft immer ein kleiner sprachlicher Trick.

Statt: „Ich mag das nicht.“ eben:
Ich mochte das bisher nicht.

Geschmäcker gelten nur für die Vergangenheit

Das hilft darauf hinzuweisen, dass es nur eine Angabe für die Vergangenheit ist. Vielleicht gilt das Bild, das du selbst von dir und deinem Geschmack hast, schon ab heute nicht mehr.

Außerdem wäre es doch schade. Stell dir vor, du magst seit Jahren schon Oliven, weißt es aber nicht. Dir sind garantiert schon viele lecker belegte Pizzen durch die Lappen gegangen!

Butter bei die Fische

Der Witz ist: Das lässt sich alles so leicht sagen/schreiben. In der Realität ist es ungleich schwieriger. Wir alle haben blinde Flecken. Manchmal ist eben gar nicht klar, welche Annahmen überholt sind, weil wir es eben nicht sehen.

Hey, magst du Oliven?
Bisher nicht, mal ausprobieren.

Ein guter Start ist da tatsächlich Essen. Einfach mal mit Anlauf seltsame Dinge probieren. Das hilft, die Gewohnheit zu bilden, Neues auszuprobieren und vor Allem die eigenen Annahmen zu testen.
Mag ich wirklich keine Oliven?! Brrrrrr. Ja. das ist eklig.

Selbstbeobachtung

Was ich bemerkt habe, seitdem ich das tue:
Die Anzahl der Dinge, die ich nicht mag, ist zurückgegangen. Ich mag mehr Dinge. Vielen Dingen kann ich nun etwas abgewinnen.
Beim Essen gibt es doch für Viele 3 Listen:

  1. Dinge, die man liebt
  2. Dinge, die man mit richtiger Zubereitung isst.
  3. Dinge, die man nie mag.

Meine Liste Nummer 3 ist sehr viel kürzer geworden. Vieles davon ist auf Liste Nummer 2 gerutscht und auch Einiges auf Liste Nummer 1.
Cool oder? Früher hab ich nur wenige Dinge gern gegessen (Nudeln, anyone?!) und heutzutage esse ich fast alles #müllschlucker.

Ich feiere das. Es fühlt sich so an, als hätte ich mehr Kenntnis darüber, was ich mag und was nicht.
Wären wir hier bei eBay würde ich 5 von 5 Sternen für den Oliven-Test geben.

Hier kann ich nur sagen: Versuchs doch auch mal 😉
Cheers.