Neues Jahr, neues Hobby: Wie du jetzt den Grundstein legst und nicht wieder aufhörst

Vorsätze und das neue Jahr

Es ist wieder soweit:
Jedesmal, wenn ein Datum geschrieben wird, muss ich es zweimal schreiben. Der Kalender sieht irgendwie anders aus. Auch dieses Jahr denke ich „Diese Zahl ist irgendwie verkehrt.“

Klar…Hatte ja auch 365 Tage Zeit, mich an das Vorherige zu gewöhnen.

Die Magie des Neuanfangs hat aber Vieles für sich.
Nach der Zeit von Weihnachtsmärkten, vielem Essen und Alkohol, wenig Bewegung und dem angespannten Versuch eine entspannte Zeit zu haben, sieht ein neuer Kalender aus wie ein unbeschriebenes Blatt Papier.

Weiß, ungefüllt liegt er vor mir und ich denke: „Womit füllen?“

Photo by Jess Bailey on Unsplash

Auftritt: Vorsätze

Vorsätze sind irgendwie mit dem Jahreswechsel verknüpft. Klar, man kann immer irgendwie neue Dinge anfangen und loslegen. Aber das neue Jahr macht irgendwie Mut auf Veränderung.

Vermutlich setzen sich deshalb so viele Vorsätze fürs neue Jahr.

Das sind die Top3-Vorsätze (laut Deutschland.de)

  1. 64% wollen „Mehr Zeit mit der Familie verbringen.“
  2. 60% wollen „Umweltbewusster leben.“
  3. 59% wollen „Mehr Sport machen.“

Kurze Haltbarkeit

Ich habe mir mal sagen lassen, dass es ein Fitnessstudio in den ersten 2 Januar-Wochen so voll ist wie nie. Liegt vermutlich an den Vorsätzen. Gute Sache das, nur schade, dass es dann schnell wieder abflaut…


Du hast dir vielleicht vorgenommen, Gitarre zu lernen und möchtest wissen, wie das am Besten gelingt?

Okay, lass ran ans Eingemachte:

Photo by Soundtrap on Unsplash

Vorsätze einhalten

1. Klares Ziel setzen

Jaja. Is kla‘.

Aber eigentlich nicht.

„Ich lerne Gitarre.“

Jeder, Immer

Ist tatsächlich kein gutes Ziel.

Oder motiviert es dich zu üben? Löst das etwas in dir aus? Kribbelts im Bauch vor Vorfreude oder musst du nur mal schnell aufs Klo?

Was möchtest du erreichen?

„Ich möchte im Sommer ein paar Songs mit Kumpels am Lagerfeuer spielen, wenn wir zu diesem Angeltrip fahren…“

„Ich möchte meine Lieblingssongs mitspielen können, weil es schon so viel Spaß macht, sie nur zu singen – mit Gitarre ist es bestimmt noch cooler.“

DAS sind Ziele. Und (Vorsicht: Spoiler) auch direkt Punkt 2

Mach das Ziel bzw. deinen Vorsatz so klar wie möglich.
Testen kannst du, wenn du dich fragst, ob du es „abhaken“ könntest.

„Gitarre lernen.“ lässt sich schwierig abhaken oder? „6 Songs im nächsten Jahr“ ist da viel konkreter und abhakbarer. 🙂

2. Erzähl dir selbst eine Story

Du und ich sind Menschen. (Ach nee?!)

Und Menschen haben ja bekanntlich Gefühle.
Lass das doch nutzen für das Erreichen von Zielen.

Denn es ist so, dass wir uns die Sachen, die sich irgendwie „dolle“ anfühlen, viel besser merken können. Mathe war immer langweilig in der Schule? Alles vergessen? Vermutlich, weil es wenig Gefühle geweckt hat.

Aber das eine Erlebnis, als du mit Freunden am See warst, und irgendwie alles gestimmt hat? Witze gerissen hast?

Das ist abgespeichert.
Für immer.

Weil es Gefühle in dir auslöst.

Also:
Statt zu sagen „Ich will den Song XYZ lernen.“ sag dir lieber „Ich will den Song lernen, weil es mir voll Spaß macht ihn zu singen, und ich möchte mich gerne dabei selbst begleiten.“

Das weckt Gefühle bzw. die Vorfreude darauf.

Lade deine Vorsätze mit Gefühlen auf, damit du sie dir merkst und damit sie intensiver sind!

Oft hilft es, einfach das „…,weil …“ hinten dran zu hängen. Das, was deinem Bauch etwas bedeutet. Nicht, was vernünftig klingt.

3. Zeitbezug

Häh?
Ich will nur Gitarre spielen, nicht irgendein superkrasses Ziel erreichen.

Jein. Zeitbezug.

Du musst nicht zwangsläufig sagen, dass du bis zum 31.04. einen Song spielen möchtest. Das würde den „Output“ beschreiben, was du erreichen möchtest.

Du kannst auch ein „Input“ beschreiben, also was du reinsteckst.

Sag dir also: „Ich übe dreimal jede Woche für mindestens 30 Minuten Gitarre.“ Das hat einen Zeitbezug.

Überleg, was das Richtige für dich ist: Willst du etwas klares erreichen oder ist das „Input“-Ziel besser geeignet?

Wenn du noch nicht so recht Bescheid weißt, nimm erstmal das „Input“-Ziel.

Der Zeitbezug macht es im Grunde auch etwas leichter, deinen Vorsatz bzw. Ziel „abhakbar“ zu machen (Siehe Punkt 1).

4. „Krank“ denken

Ich habe immer dasselbe Problem:
Ich bin super motiviert.
Plane etwas zu tun und gehe davon aus, dass mein Zukunfts-Ich mehr Energie hat, als ich jetzt…

Passiert mir immer wieder.
Und vielen Anderen auch.
Es fallen Sätze wie „Ich möchte jeden Tag 30 Minuten üben.“ im Unterricht.
Auf die Frage, wie das gehen soll, wenn man mal krank ist, die Kinder aber dennoch zu ihren Terminen bringen musste und Abends nur noch ins Bett fallen will, kommt meist nur „äääähm“

Gegenmittel: Such dir einen Standard, an den du dich halten möchtest.
Stell die Frage: „Was kann ich erreichen, wenn ich krank bin?“

Ich persönlich mache mindestens 5 mal die Woche Sport. Das ist mein Ziel.
In schlechten Woche mache ich nur 2 mal die Woche Sport. Das ist mein „Standard“.

Ich war seit Jahren nicht mehr über Tage hinweg krank, dadurch geht das klar.

Aber du verstehst was ich meine oder?

Ziel: Ist dafür da, wenn du so fit bist, wie du sein kannst.
Standard: Ist dafür da, wenn du absolut nicht fit bist.

Bedenke dein Ziel. Setze einen Standard.

5. Kleiner!

Wenn es um Vorsätze geht, gehts meistens um Gewohnheiten.

Das ist so ein Thema für sich. Es gibt noch gar nicht so viel „ernstzunehmende“ Forschung darüber (bzw. erst seit kürzerer Zeit).
Das ernste Bisschen fand im Grunde heraus, dass Gewohnheiten schneller hängen bleiben, wenn sie

  1. Emotional aufgeladen und
  2. Leicht bzw. Einfach sind.

Das mit den Gefühlen hatten wir ja schon.

Jetzt also die Leichtigkeit bzw. Einfachheit.

Es gibt einen Ernährungsberater, der seinen Klienten im ersten Monat nur folgende Hausaufgabe gibt: „Trink 2 große Gläser Wasser mehr am Tag.“

Im Zweiten Monat kommt dann: „Such den Parkplatz, der am weitesten entfernt liegt von deiner Arbeitsstelle und gehe dann zum Haupteingang.“

Wieso wird am Anfang so wenig gemacht?

Weil es leicht einzubauen ist.
Weil es realistisch ist.

Du kennst diese Tage, an denen man irgendwie einfach nur schlechte Laune hat. Zu Nichts Lust. Schon gar nicht auf einen superkrassen gesunden Salat, der gar nicht schmeckt.

Zum Glück müssen es nur 2 Gläser Wasser sein.

Von dort wird dann aufgebaut.

Dasselbe gilt auch beim Gitarrenspielen:

Fang an mit „Ich greife jeden Tag den Akkord, den ich gerade lerne, während ich auf meinen ersten Kaffee warte.“

That’s it.

Danach nimm dir etwas wie „Alle 2 Tage spiele ich 5 Minuten Gitarre.“ oder so.

So werde ich es machen.

Neues Jahr, neues Glück

Photo by Danil Aksenov on Unsplash

Denk nicht schwarz-weiß. Wenn du mal was fallen lässt, ist das nicht so wild. Fortschritt ist eben nicht gradlinig.

Ich werde dieses Jahr mehr auf diesem Blog machen und schreiben.

Mehr erstmal nicht.

Einfach schreiben, darf ruhig „nicht so gut“ sein. Mir egal 🙂

Wenn ich weiß, was ich sagen möchte, ist das genug. Die Übung, es dann später auch in „gut“ auszudrücken wird dann unterwegs kommen.

Also: let’s go!

Ich wünsche dir ein entspanntes neues Jahr, und vor allem superviel Erfolg bei deinen Vorsätzen!

🙂